Das Büro als Milieu: Der Einfluß der Lebenswelt auf Beruf by Bettina Dilcher

By Bettina Dilcher

"Wie Leben wirklich sein kannte, wird im entralteten procedure der Verhinderungen tiiglich tierer vergessen. " SLOTERDIJK Die vorliegende Untersuchung beruhte urspriinglich auf der Idee, im Rahmen der Arbeitspsychologie sich auf die Frage nach den individuellen Weiterbil dungsinteressen von im Bereich der Textverarbeitung beschiiftigten Frauen zu konzentrieren. Eine Fragestellung, welche sich angesichts der absehbaren Integration der Schreibarbeit in die Sachbearbeitung dringend zu stellen schien und die sich aufgrund eines Bedarfs an qualifIziertem own im Bereich der Sachbearbeitung auch in den betrieblichen Diskussionen wider spiegelte. AuffaIlig warfare in diesem Zusammenbang allerdings, daB die Ver antwortlichen fUr Personalplanung und -entwicklung in der Regel nur eine 1 geringe Weiterbildungsbereitschaft bei Frauen im allgemeinen, insbesondere Auch KRAFT u. a. stieBen bei ihrer Untersuchung zum Thema Weiterbil dungsbereitschaft von "Frauen im Verkauf" auf eine ahnliche Einschiit zung der Lage durch Vorgesetzte. Sie stellen dazu fest: "Ausgangspunkt ist damit die verbreitete Annahme einer im Vergleich mit Miinnem ge- 7 aber fUr Frauen aus dem Bereich der Textverarbeitung konstatierten. Die Griinde fUr diese EinsclUitzung blieben jedoch zumeist im Dunkeln. Einerseits sprach vieles daftir, daB es sich dabei lediglich urn eingeschliffene Vorurteile gegenuber Frauen handelte, die sich selbst in einschlagigen wis 2 senschaftlichen Publikationen finden lassen. Aus arbeitspsychologischer Perspektive lagen zu dieser speziellen Problemlage weder verwertbare Ursa chenerklarungen noch konkrete Konzepte vor. Obwohl durchaus fUr Sekretariats- und einfache Sachbearbeitertatigkeiten qualifiziert, wurden in den 70er und friihen 80er Jahren Burogehilfmnen -in den allermeisten FaIlen unmittelbar nach der Beendigung ihrer Ausbildungs zeit -beinahe ausschlieBlich in zentralen Schreibdiensten eingesetzt.

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Wie man es auch drehte und wendete, die Analyse verflingt sich immer wieder in der Zuschreibung eines "familienorientierten Instrumentalismus", damit ist wenn auch nur rein theoretisch - die Auschlie6lichkeit der extemalen Steuerung weiblichen Handelns im Arbeitsleben festgeschrieben. Tatsachlich ist aber die subjektive Vielfalt des Arbeitshandelns sehr viel komplexer und umfaBt Aspekte, die sich nur in einer Analyse des Zusammenhangs zwischen arbeitsinhaltlichen und sozialen Beziehungen im ArbeitsprozeJ3, bezogen auf das VerhaItnis zwischen Erwerbsarbeit und Reproduktion, erschlie6en lassen.

B. die Akzeptanz der Doppelbelastung - von den Tochtem aufgegeben werden und welcher Voraussetzungen es bedarf, um einen derartigen Prozefi zu begfulstigen, liegt hier nahe. BECKER-SCHMIDTIKNAPP merken zu diesem Problem an: "Miitter und Tochter konnen einander nahe sein, wo die gesellschaftlichen Freiraume fUr ihre Geschlecht iiber llingere Zeit gewachsen sind und sich ihre Wiinsche und Lebensplline beriihren. " (1987, 128). Es mufi sich aber erst noch erweisen, inwieweit die oben angesprochenen Verschiebungen der schichtenspezifischen Grenzziehungen, die verbesserten schulischen Voraussetzungen von Frauen sowie der Anstieg der Zahl berufstatiger Frauen dazu beitragen kann, gesellschaftliche Freiraumen zu erschliefien, in denen dann ein anderes weibliches Selbstverstlindnis zugelassen wird.

Sie verwies mich aber an eine Betriebsratin, die mir dann den Kontakt zu Frauen im Sehreibdienst ihres Betriebs vermittelte. dann Mitte der 80er Jahre tatslichlich galt, auf den Arbeitsplatzabbau im Schreibdienst angesichts der eingetretenen betrieblichen Umstrukturierungen zu reagieren, waren praktikable LOsungen jedenfalls nicht zur Hand. Und inzwischen ist die Entwicklung dezentraler Systeme, wie insbesondere der Personalcomputer , aber auch die Software der GroBrechner so weit vorangeschritten, daB die Zusammeolegung von Sachbearbeitung und Textverarbeitung als effizienter gilt und es wohl auch ist.

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